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News und Info's aus der großen Tierwelt

Dienstag, 29. November 2011 - 11:42 Uhr
Es ist zwar noch kein Ostern, aber eignen sich Kaninchen als Weihnachtsgeschenke?

Weil sie so klein und niedlich sind, verlieren Kinder leicht ihr Herz an die Langohren. Und so hoppeln in deutschen Haushalten schon zwei Millionen Kaninchen herum.

Tierärzte sagen hier, wann die Anschaffung eine gute Idee ist, ab welchem Alter sich Kinder selbst um die Tiere kümmern können, wie man sie richtig hält und pflegt, und warum sie einen Gefährten brauchen.

Was sollte man bedenken, wenn man sich ein Kaninchen anschaffen möchte?

„Bitte nicht zu Spontankäufen hinreißen lassen, auch nicht zu Weihnachten“, sagt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte. „Wenn der Wunsch nach einem Tier anhält, sollte man sich zunächst schlaumachen, zum Beispiel ein Ratgeberbuch über Kaninchen lesen, dann wird klar, dass es auch Verantwortung bedeutet und man sich kümmern muss.“

Kinder beteuern ja immer, sie würden sich allein um ihr Kaninchen kümmern. Ab welchem Alter können sie das wirklich?

Tierärztin Behr: „Das können sie frühestens ab acht Jahren, besser erst ab 10 Jahren. Und auch dann können sie die Verantwortung nicht allein tragen. Ein Elternteil muss mit aufpassen. Bei kleineren Kindern kann die anfängliche Begeisterung für das Haustier schnell nachlassen, für sie eignen sich Tiere nicht als Weihnachtsgeschenk. Kinder sollten reif genug sein, dass die Beobachtung des Tieres für sie interessant ist. Kaninchen mögen es am Anfang noch nicht, wenn man mit ihnen schmust. Sie haben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt, an Körperkontakt muss man sie langsam gewöhnen.“

Wie groß soll der Kaninchenstall sein?

Astrid Behr: „Faustregel ist, dass mindestens zwei Hoppelsprünge am Stück möglich sind und die Kaninchen sich aufrecht auf die Hinterbeine setzen können. Ein guter Stall sollte 1,20 Meter lang, 65 Zentimeter breit und 50 Zentimeter hoch sein. Kaninchen lieben auch eine zweite Ebene im Käfig und Höhlen oder Häuschen zum Verstecken oder eine hohe Kiste mit Sand und Heu, darin können sie schön buddeln.“

Brauchen sie Auslauf?

Tierärztin Behr: „Ja. Auch in der Wohnung sollten sie mindestens eine Stunde am Tag aus ihrem Stall heraus dürfen. Dann allerdings muss man ein Auge auf sie haben, damit sie sich zum Beispiel beim Nagen an Stromkabeln nicht selbst gefährden. Das Aufpassen können Kinder übrigens gut übernehmen.“

Leben Kaninchen lieber allein oder zu zweit?

Tanja Nöske: „Kaninchen sollten immer mit einem Artgenossen gehalten werden, in der Natur leben die Tiere ja auch in Gruppen. Gut lässt sich ein Pärchen halten, das Männchen sollte kastriert sein. Meerschweinchen eignen sich nicht als Partnerersatz, weil sie sich ganz anders verhalten und anders kommunizieren.“

Woran erkennt man, dass das Kaninchen krank ist?

Tierarzt Dr. J. Schneider: „Häufige Anzeichen sind apathisches Verhalten, Atemgeräusche, Nasenausfluss, eine gekrümmte Körperhaltung, kahle Stellen am Fell, Durchfall, Zähneknirschen und eins der häufigsten Zeichen: fehlender Appetit.“

Was macht man, wenn es nicht mehr frisst?

Astrid Behr: „Das ist ein Notfall. Anders als wir Menschen haben Kaninchen kaum Muskeln im Verdauungstrakt, die die Nahrung aktiv weitertransportieren. Der Magen gibt seinen Inhalt nur dann an den Darm weiter, wenn neues Futter durch die Speiseröhre nachgeschoben wird. Deshalb nehmen Kaninchen rund um die Uhr kleine Futtermengen zu sich. Wenn sie nicht fressen, fängt das Futter im Magen an zu gären. Starke Blähung des Magens und Atemnot sind die Folge. Ein Kaninchen, das nicht frisst, muss sofort zum Arzt. Ursache sind meistens Zahnprobleme.“

Warum haben Kaninchen so große Zahnprobleme?

Dr. Schneider: „Ihre Zähne wachsen ein Leben lang. Deshalb müssen zum Beispiel die Backenzähne beim Kauen abgenutzt werden. Bei falscher Nahrung funktioniert das nicht. Ein häufiges Problem bei Zwergrassen sind Fehlstellungen der Schneidezähne. Der Tierarzt kann zu lange Zähne korrigieren.“

Welches Futter brauchen sie?

Tierärztin Behr: „Viel zu häufig wird buntes Mischfutter gegeben. Das ist meist rohfaserarm und hat einen zu hohen Nährwert. Die zucker- und stärkehaltigen Anteile werden bevorzugt aufgenommen, davon werden die Tiere schnell fett und können sogar Diabetes bekommen. Zu viel Kraftfutter kann sie aggressiv machen. Am besten sind frisches, aromatisch riechendes Heu und frische, ungespritzte Kräuter. Das fördert den Abrieb der Zähne und beschäftigt die Tiere. Ergänzen kann man mit Löwenzahn, Möhren samt Grün und ungespritzten Obstbaumzweigen. Ganz sparsam sollte man Obst und Brot geben, sie enthalten viel Süße.“

Welche Impfungen braucht ein Kaninchen?

Tierarzt Dr. P. Vogel: „Gegen die Kaninchenpest Myxomatose eine Impfung im Frühjahr und eine im Herbst. Und einmal im Jahr eine gegen die Chinaseuche RHD. Die Impfungen sind auch dann wichtig, wenn die Kaninchen in der Wohnung leben und keinen Kontakt zu anderen Tieren haben. Die Krankheiten können auch durch Mücken übertragen werden.“

Wie alt werden Kaninchen?

Tierärztin Astrid Behr: „10 bis 15 Jahre.“
Quelle: bild.de

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